Natur und Landschaft

21. Januar 2011

Der vielgestaltige geologische Untergrund des Thüringer Waldes und der Einfluss der Landschaftsform des Mittelgebirges auf das lokale Klima bieten einer großen Zahl von Pflanzenarten mit unterschiedlichsten ökologischen Ansprüchen optimale Wachstumsbedingungen. Die naturräumliche Gliederung des Landes Thüringen unterscheidet sieben Naturraumtypen als da wären: Mittelgebirge, Muschelkalk-Hügelländer, Buntsandstein-Hügelländer, Basaltkuppenland, Niederungen und Auen, Ackerhügelländer sowie an Gebirgsrändern gelegene Zechsteingürtel. Wälder machen einen Großteil der natürlichen Vegetation Thüringens aus, wobei nach den angeforsteten Fichtenbeständen Buchenwälder und in diesen die Rotbuche dominieren. Nach ihren Bewohnern lassen sich diese noch in Hainsimsen-, Waldgersten-, Orchideen- und Waldgersten-Buchenwälder klassifizieren. Andere Baumarten können sich nur dort durchsetzen, wo weniger gute Standortbedingungen vorhanden sind.

Fauna und Flora mussten sich andererseits der Kulturlandschaft anpassen, die aus Wäldern, Äckern, Grünland, Gewässern und Siedlungen besteht. Thüringen zählt zu den Bundesländern mit dem höchsten Anteil an Wäldern. Ungefähr ein Drittel der Fläche ist von Wäldern bedeckt. Im Januar des Jahres 2007 wurden dem Thüringer Wald vom Orkan Kyrill immense Schäden durch Windbruch zugefügt. An Stelle von Fichten wurde nun mit Eichen und Buchen aufgeforstet.

Das Grünland wird hauptsächlich von Trocken- oder Halbtrockenrasen geprägt. Im Hügelland gibt es aber immer noch artenreiche Frischwiesen. Diese werden häufig als Weiden für Rinder, Schafe und Pferde genutzt. In einigen Gebieten des Thüringer Waldes hat die Wildkatze ihr Refugium gefunden. Ebenso ist der Luchs vereinzelt anzutreffen. Selten gewordene Vögel wie das Birkhuhn, der Schwarzstorch oder der Wachtelkönig nisten in den Naturschutzgebieten.

Dies alles ist um so erfreulicher, da noch bis Anfang/Mitte der 90 er Jahres des vergangenen Jahrhunderts starke Eintragungen von Industrieschmutz die Natur nachhaltig geschädigt hatten. Dennoch sind noch lange nicht alle Altlasten bewältigt. Für die Natur kann man trotzdem hoffnungsfroh in die Zukunft schauen, hat doch das Land Thüringen und speziell der Thüringer Wald ein Großteil seiner natürlichen Schönheit zurück gewonnen.

Weimar – Kleinstadt mit Weltkulturerbe

16. November 2010

Die Stadt Weimar ist sicher nicht gerade eine Metropole, die durch unfassbare Einwohnerzahlen, riesigen Hochhäuser oder sonstige urbane Superlative charakterisiert wird. Und dennoch wird es ziemlich schwer werden, jemanden aufzutreiben, der Weimar weder kennt, noch gerne einmal besuchen würde. Denn Weimar ist in ganz Deutschland und auch weiter über die Landesgrenzen hinweg berühmt und steht als Sinnbild für deutsche Kultur, Politik und Geschichte.
Dabei verkörpert die Stadt nicht nur die Höhen, sondern auch die Tiefen der deutschen Nation. Hatte 1919 Weimar der Nationalversammlung einen würdigen Ort geboten, um die Weimarer Republik zu begründen, so wurde Weimar als Standort des Konzentrationslagers Buchenwald auch zum Sinnbild für die dunkelsten Stunden des deutschen Volkes.
Doch auch dieser traurige Punk in der Geschichte der Stadt gehört zu Weimar, ohne seiner besonderen, ehrwürdigen Atmosphäre und seinem Status als Kulturstadt einen Abbruch getan zu haben. Denn zu groß ist das gewaltige kulturelle Erbe der Stadt, das mit den Namen Schiller und Goethe gerade mal zu einem kleinen Bruchteil benannt ist.
Heute schafft es Weimar seine beeindruckende Vergangenheit mit ihren berühmten Söhnen, Töchtern und Errungenschaften im täglichen Leben präsent zu halten, ohne dabei den Anschluss an die moderne, sich stetig verändernde Welt zu vernachlässigen.
1999 wurde Weimar zur Kulturstadt Europas. Noch nie zuvor und noch nie seit dem durfte eine kleinere Stadt diesen ehrwürdigen Titel tragen. Die Stadt war aber entschlossenen, ihren größeren Vorgängern in nichts nachzustehen, und trug mit einer umfassenden und aufwändigen Sanierung der Innenstadt, der Schaffung einer herausragenden touristischen Infrastruktur und vielen anderen Veränderungen und Anpassungen an die neue Herausforderung einen wichtigen Teil dazu bei, dass alle Beteiligten genau wie die Besucher der Stadt an Weimars Eignung zur Kulturstadt Europas keinen Zweifel hatten.
Wer Weimar besuchen möchte, bekommt natürlich nicht nur eine Stadt mit großer Geschichte und wichtigem kulturellem Erbe geboten. Auch heute ist das kulturelle Angebot der Stadt lebendig und steht in einem gewissen, sehr positiv zu verstehenden, Missverhältnis zwischen der geringen Größe der Stadt und der enormen Vielfalt an Unterhaltungsangeboten. Neben den festen Instanzen wie dem Theater, verschiedenen Kirchen, Museen und anderem, finden jedes Jahr zahlreiche Sonderveranstaltungen, wie kleine und große Feste, Ausstellungen und Festivals statt.
Egal wann Sie ihre Reise planen, Weimar wird sicher mit irgendetwas besonderem aufwarten können. Werfen Sie einfach mal einen Blick auf die Webseite der Stadt, auch dort hat man sich auf Touristen eingestellt und stellt gerne alles Wissenswerte rund um die Stadt und die anstehenden Ereignisse zur Verfügung.