Oberhof

13. Juli 2011

Die im Freistaat Thüringen gelegene Stadt Oberhof zählt mit ihren gerade einmal etwas mehr als 1500 Einwohnern zu den kleineren Städten dieses Bundeslandes, jedoch übersteigt ihr Bekanntheitsgrad den vieler deutlich größerer thüringischer Städte, wenn es um touristische und sportliche Aspekte geht. Die erwähnten 1500 Einwohner leben auf einer Fläche von knapp 24 Quadratkilometern, was einer Bevölkerungsdichte von etwa 65 Einwohnern pro Quadratkilometer entspricht. Verglichen etwa mit Großstädten ist Oberhof deutlich dünn besiedelt.

Der Kamm des Thüringer Waldes und mit ihm der Höhenwanderweg Rennsteig verläuft nicht weit entfernt vom Zentrum der Stadt. Die Umgebung von Oberhof ist dicht bewaldet, die am häufigsten vorkommende Baumart ist die Fichte. Das Klima in den Kammlagen des Thüringer Waldes ist sehr rau. Dies ist auch ein Grund dafür, dass sich vormals die Menschen nicht gern hier niederließen und die Region nur dünn besiedelt blieb. Anfang des 20. Jahrhunderts jedoch wurden die wintersportlichen Möglichkeiten entdeckt, als die erste Bobbahn angelegt wurde und die ersten Skisprungschanzen eingeweiht wurden. Langsam entwickelte sich darauf hin der Tourismus in der Umgebung von Oberhof. Währen der Zeiten der deutschen Teilung wurde in der damaligen DDR Oberhof als eines der Zentren für den Wintersport ausgebaut. Erholungszentren wie das Hotel am Rennsteig und das Panorama-Hotel entstanden ebenso wie die verschiedensten Einrichtungen für den Breiten- und Leistungssport. Dieses Engagement sollte nicht fruchtlos bleiben. Oberhofer Wintersportler errangen ungezählte Erfolge bei nationalen und internationalen Wettkämpfen. Diese Erfolge haben bis in die heutige Zeit hinein Bestand. Die Bundeswehr hat am Oberhofer Grenzadler eine Sportfördergruppe stationiert, in der Biathleten, Nordische Kombinierer, Bobfahrer, Langläufer und Rennrodler hervorragende Trainingsbedingungen vorfinden.

Die Reihe der olympischen Medaillengewinner und Weltmeister aus Oberhof hört sich an wie das Who is Who des Wintersports. Athleten wie Arnd Pfeiffer, Tino Edelmann, Sven Fischer, Kati Wilhelm, Wolfgang Hoppe, Andre Lange, Ronny Ackermann, Silke Kraushaar und Hans-Georg Aschenbach waren und sind nur einige der vielen Juwele an der langen Perlenkette erfolgreicher Oberhofer Wintersportler.

Das grüne Band

15. März 2011

Mitten durch Deutschland zieht sich ein 1400 Kilometer langer Geländestreifen, der heute als „Grünes Band“ bezeichnet wird. Es handelt sich dabei um die ehemalige deutsch-deutsche Grenze zwischen der Bundesrepublik und der ehemaligen DDR. Er existierte seit dem Jahr 1961 als die DDR ihre Grenzen abriegelte und auch die Berliner Mauer errichtete. Als Grenzsicherung baute die DDR einen 10 Meter breiten Kontrollstreifen hinter der eigentlichen Grenze, gefolgt von einem mehrere hundert Meter breiten Schutzstreifen und einer Sperrzone, die meist 5 Kilometer ins Landesinnere reichte. Der Kontrollstreifen wurde später auch Todesstreifen genannte, da hier die stärksten Vorkehrungen getroffen wurden, um „Republikflüchtlinge“ von der Ausreise aus der DDR abzuhalten. So war dieser Bereich bis 1983 vermint und sogar mit Selbstschussanlangen ausgestattet.
Am Beginn des Schutzstreifens verlief der so genannte Kolonnenweg, ein befestigter Weg für die Grenztruppen der DDR. Als grünes Band wird heute meist der Bereich zwischen diesem Kolonnenweg und der eigentlichen Grenze bezeichnet.
Bereits 1989 kamen erste Ideen auf, diese Grenzgrundstücke zu Schutzgebieten zu machen. Nach der Deutschen Wiedervereinigung war es besonders das Land Thüringen, dass sich für den Erhalt stark machte, da Thüringen über den längsten Anteil an der ehemaligen innerdeutschen Grenze verfügt. Durch die jahrelange Vernachlässigung hatte sich auf dem grenznahen Gelände eine einzigartige Tier- und Pflanzenvielfalt entwickelt. Inzwischen sind weite Teile des Grünen Bandes entweder als Naturschutzgebiet oder als FFH-Gebiet ausgewiesen. Dazu wurde die Tier- und Pflanzenwelt aufwendig erfasst. Dabei wurden auch Arten entdeckt, die bereits für Ausgestorben gehalten wurden.
Auch unter touristischen Gesichtspunkten ist das Grüne Band interessant. So lässt sich dieser Grüngürtel hervorragend erwandern, verschiedene Anbieter haben dazu bereits Angebote im Programm. Das reizvolle am Grünen Band ist besonders der Verlauf durch gänzlich unterschiedliche Landschaften, wie Brachflächen, Wälder und Bergrücken.
Als Teil des Grünen Bandes Europa ist das deutsche Grüne Band inzwischen Teil eines europäischen Naturschutzprojektes.